Ortsvereine und Clubs – Hand in Hand in eine gesicherte Zukunft

Liebe Züchterfreunde,

wie uns allen bekannt ist, gehen wir alle mit unserem Hobby in eine ungewisse Zukunft. Allgemein sind Rückgänge der Mitgliederzahlen, aber auch Rückgänge der tätowierten und ausgestellten Tiere zu beklagen. Dies hat sicherlich sehr viele logische und erklärbare Gründe, denn in erster Linie ist natürlich die Altersstruktur für einen kontinuierlichen Mitgliederschwund verantwortlich. Das ist so und wir alle müssen mit dieser Situation leben und das beste daraus machen. Aber ein nicht unwesentlicher Punkt ist auch die unkontrollierte Konkurrenzsituation von Ortsvereinen zu Clubs, von den Clubs zum Herdbuch usw. Hierbei wurden schon sehr emotionelle Diskussionen geführt im Zusammenhang mit den Clubvergleichsschauen, die den Ortsvereinen die Aussteller wegnehmen würden. In diesem Zusammenhang glaubte jede Seite allein im Recht zu schein und dabei wurde allgemein übersehen, dass wir damit keinen Schritt weitergekommen sind und uns nur selbst geschadet haben. Wenn etwas gutes an diesen Diskussionen dabei war, ist dies die Tatsache, dass wir alle die Situation neu überdacht haben und wirklich aufeinander zugegangen sind und dies aber noch viel mehr tun müssen, zum Wohle und Erhalt der Rassekaninchenzucht im allgemeinen. Tatsache ist doch, dass sowohl die Clubs, wie auch die Ortsvereine immer mehr das Problem haben, dass ihre Ausstellungen sehr stark darunter leiden, dass immer weniger Tiere ausgestellt werden und so die Schau für viele Besucher, insbesondere Zuchtfreunde, unattraktiv ist. Tatsache ist auch, dass viele Vereine wunderbare Züchterheime mit hervorragenden Ausstellungshallen zur Verfügung haben, die gar nicht mehr vernünftig genutzt werden können. Das Problem der Clubs, aber auch der Herdbuchabteilung, ist ein ähnliches. Auch hier lassen die Zahlen der ausgestellten Tiere immer mehr zu wünschen übrig und besonders das Problem der Besucher ist hier besonders ausgeprägt. Es entspricht nun einmal der Tatsache, dass eine reine Clubschau, mit nur ein oder zwei verschiedenen Farbenschlägen für den normalen Besucher völlig uninteressant ist. Von vielen Clubs werden die Hallen auch optisch sehr schön gerichtet, nur fehlt sehr häufig die Zuschauerresonanz. Dieses Problem könnte z.b. dadurch für alle gelöst werden, wenn zukünftig mehr Clubschauen den Lokalschauen angeschlossen würden, oder selbstverständlich auch Herdbuchschauen. Auch muss uns allen klar sein, dass nur dann die Clubs neue Mitglieder

bekommen können, wenn wir mithelfen die Ortsvereine zu stärken. Denn Clubmitglieder kommen ausschließlich von den Ortsvereinen. Es ist logisch, dass sich die eigentlichen Aufgaben der Clubs und der Ortsvereine von einander unterscheiden. Die Clubs sind hauptverantwortlich dafür, dass eine bestimmte Rasse immer weiterentwickelt wird und so dem Idealbild des Standards immer näher kommt. In den Clubs sind Rassespezialisten unter sich, die hauptsächlich für ihre gezüchtete Rasse arbeiten und Verantwortung übernehmen. Clubzüchter sind meist sehr aktive Leute, die aber selbstverständlich nicht allein für ihren Club arbeiten sollten, nein, sie müssen sich auch im Verein entsprechend engagieren. Durch ein ehrliches und kameradschaftliches miteinander ist allen gedient und hilft unserer Sache im allgemeinen. Ein gutes Beispiel dafür, dass wir alle gelernt haben miteinander in die selbe Richtung zu gehen ist, dass sich der Verein B 463 Germania Fürth, der bisher als einer der schärfsten Gegner der Clubs galt, sich bereit erklärt hat, die für das Jahr 2007 geplante Europaweite Hasenkaninchenschau in Fürth in den Vereinshallen, zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Hasenkaninchenzüchter zu organisieren und durchzuführen. Es ist selbstverständlich, dass dabei nicht nur Clubzüchter sondern jeder Züchter des Hasenkaninchens ausstellen kann und darf. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass wenn der gesunde Menschenverstand auf allen Seiten vor persönlichem Egoismus steht alle davon profitieren. Es gibt dann nur noch einen Sieger und der ist unser aller Hobby, die Rassekaninchenzucht im allgemeinen. Wenn jeder einzelne ein kleines Stück auf den anderen zugeht und wir alle gemeinsam in die selbe Richtung ziehen, werden wir auch in Zukunft leistungsstarke Ortvereine und Clubs haben. Gemeinsam müssen wir unser Hobby auch für die Jugend wieder interessant machen, denn ich will und kann mich nicht mit dem Gedanken vertraut machen, dass die heutige Jugend den verantwortungsvollen Umgang mit der lebenden Kreatur nicht mehr will und sucht. Gehen wir gemeinsam offensiv in die Zukunft und präsentieren wir unser Hobby auch unter Berücksichtung moderner Kommunikationsmittel wie z.B. Internet der breiten Gesellschaft und wir werden auch wieder Neuzüchter bekommen. Es gibt sicherlich verschiedene Wege an die Jugend heranzukommen, diese gilt es gemeinsam zu erforschen und dann konzequent zu verwirklichen. Ich denke, der Wille hierzu ist auf allen Seiten vorhanden, nun gilt es diesen gemeinsam umzusetzen, zum Wohle einer gesicherten Zukunft der Rassekaninchenzucht.

Rainer Ehmann, Lauchheim